Ein Burgunder wird König
Im Zuge der Reconquista, der Wiedereroberung der Iberischen Halbinsel durch christliche Heere und Kreuzritter, entstanden christliche Zentren in Portucale - dem heutigen Porto -, in Coimbra sowie in Guimarães, der Wiege der portugiesischen Nation. Unter Heinrich von Burgund wurde die Grafschaft Portucale weitgehend selbstständig; seinem Sohn schliesslich gelang es, sich sowohl gegen Mauren als auch gegen die kastilischen Herrscher durchzusetzen und sich 1139 als Alfons 1. zum ersten König Portugals proklamieren zu lassen. Für die geleisteten Kriegsdienste erhielten die kämpfenden Ritterorden wie die Zisterzienser riesige Landgüter, auf denen unter anderem natürlich auch Wein angebaut wurde. Der Einfluss der katholischen Kirche auf die Entwicklung des Weinbaus in vielen Gegenden Portugals kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Nach der endgültigen Befreiung von der arabisch-maurischen Herrschaft 1249 galten der Genuss von Wein und der Verzehr von Schweinefleisch als Ausweis christlicher Gesinnung.