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Der Siegeszug des Port

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, mit den Handelskriegen zwischen England und Frankreich, begann ein anderer gespriteter Wein seinen unaufhaltsamen Aufstieg: der Portwein. Da zeitweilig die Einfuhr französischer Weine nach England verboten war, sahen sich die Weinliebhaber auf der Insel nach neuen Bezugsquellen um. Dennoch brauchte es viele Jahre, bis der Wein aus dem Douro-Tal ein verlässliches Qualitätsniveau erreichte. Die englischen Zungen, an kultivierte Clarets aus Bordeaux gewöhnt, konnten den oft unsauberen und bitteren Weinen zunächst wenig abgewinnen.
Ende des 17. Jahrhunderts wurden den Portugiesen im Tausch gegen Produktionslizenzen für die englische Tuchindustrie an Küstenstandorten wie Porto Zollprivilegien auf den Britischen Inseln eingeräumt. Der Methuen-Vertrag, benannt nach dem englischen Botschafter in Lissabon, band die Portugiesen über lange Zeit an das Britische Empire. Die portugiesische Textilindustrie erlitt zwar ernsthaften Schaden, dafür nahm der Weinbau im Norden- und Zentralportugal geradezu explosionsartig zu. Nicht nur die aufstrebende portugiesische Weinindustrie profitierte von der Situation. Auch die englische Port-Shippers kamen auf ihre Kosten. Die Zahl der über die britischen Häfen gelöschten Portwein-Pipas übertraf die 40'000 Stück.
Der Zusammenbruch der Preise liess nicht lange auf sich warten. Aufgrund der kurzzeitig enorm angestiegenen Nachfrage begann man die Weine vom Douro mit dünnen Qualitäten aus den Küstenregionen zu verschneiden und darüber hinaus über Gebühr mit schlechten Brandy zu verstärken. Die Notierungen für Portwein kollabierten, und es brauchte einen entschlossenen Charakter wie den mächtigen Minister Sebastião José de Carvalho e Mellho, den Marquês de Pombal, um die Produktion neu zu ordnen.

Ein genau eingegrenztes Produktionsgebiet
Pombal sah sich zu ungewöhnlichen Massnahmen gezwungen und schuf in der Folge eine der ersten geschützten Herkunftsbezeichnungen für Wein in Europa. Er gründete 1756 die legendäre Companhia Geral da Aricultura das Vinhas do Alto Douro, die wie ein Monopol funktionierte. Das Produktionsgebiet wurde genau abgesteckt; zwei Unterzonen wurden geschaffen. Die eine sollte Jungweine für den nationalen Konsum produzieren, die zweite der Gewinnung von kraftvollen, gereiften Qualitäten für den Exportmarkt vorbehalten sein. Bei den Mitgliedern der Companhia handelte es sich ausschliesslich um Pombal-Günstlinge mit Besitzungen im Douro-Tal, die dem adligen Politiker kritiklos gefolgt waren. Für die Produzenten aus Bairrada und Dão kam die Initiative Pombals einer Katastrophe gleich. Sie blieben als Lieferanten für die zukünftige Portweinproduktion ausgeschlossen.

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