Das Zeitalter Napoleons
Das folgende Jahrhundert stand ganz im Zeichen der napoleonischen Kriege. In Ungnade waren die Portugiesen durch ihre Weigerung gefallen, sich der Kontinentalsperre anzuschliessen und den Handel mit England einzustellen. Die Reaktion des Korsen liess nicht lange auf sich warten. Französische Truppen besetzten schon bald das Königreich. Im Osten nutzten die Spanier die Situation aus und annektierten im Handstreich einige Dörfer östlich des Rio Guadiana, darunter den wichtigen Aussenposten Olivença. Der portugiesische Hof floh nach Brasilien, und es bedurfte eines englischen Einsatzheeres und der strategischen Genialität des späteren Duke of Wellington, um die Franzosen zum Abzug zu zwingen. Legendär sind die Überlieferungen der Kämpfe am Douro. Portugiesische Truppen gruben sich in die Terrassen über dem Fluss ein und nahmen von dort die vorrückenden Franzosen unter Feuer.
Im Abkommen von Sintra erlaubte man den französischen Aggressoren, sich unter dem Geleitschutz der Engländer mit der gesamten Beute zurückzuziehen, was nicht nur in Portugal, sondern auch im gesamten Britischen Empire eine Welle der Empörung auslöste.
Zwei weitere Besatzungsversuche unternahmen die Franzosen in den Jahren 1809 und 1810, die jedoch scheiterten. Die Berge von Buçaco - in den Siebziger- und Achtzigerjahren des 20. Jahrhundert Wallfahrtsort für die Liebhaber aller Garrafeiras, die im prunkvollen, wenn auch etwas verblichenen Palasthotel gleichen Namens noch heute ausgeschenkt werden - besiegelten das Schicksal der Eindringlinge endgültig. Nur vier Jahre nach der zweiten Invasion war Portugal erneut befreit.